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Trainini
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Digitalisierung ist kein Hexenwerk

Hier möchte ich am Beispiel des Eurosprinter den Weg vom Analogen zum Digitalenmodell zeigen. Bis auf wenige Ausnahmen, habe ich alle meine lokomotiven so digitalisiert. Die kleineren E-Lokomotiven haben da ein gewisses Platzproblem, auch die Kleindiesellokomotiven und die Dampflokomotiven werden anders digitalisiert.

So schaut der Eurosprinter im Auslieferungszustand aus. Auch meiner ist kaum gefahren, ich habe ihn jedoch gebraucht erstanden. Mein Eurosprinter hatte auch noch das Problem, dass die Umstellschraube für Oberleitungsbetrieb lose gewesen ist. Damit konnte er erstmal nicht fahren. Ich reinige alle Lokomotiven die ich gebraucht kaufe, bevor sie bei mir in Einsatz gehen. Natürlich spricht nichts gegen die vorherige Probefahrt. Auch Lokomotiven die frisch aus dem Werk kommen, werden erst einmal eingefahren, und danach gereinigt. Vor dem digitalisieren, muss die Lokomotive eh erst einmal eingefahren werden. Eurosprinter
Als erstes wird das Gehäuse entfernt. Vorsichtiges nach aussen drücken führt hier zum Erfolg. Je neuer die Lokomotive ist, desto strammer sitzt das Gehäuse. Man muss aber wirklich vorsichtig zu Werke gehen, denn sonst wird das Gehäuse beschädigt. Eurosprinter Gehäse offen
Wenn das Gehäuse entfernt ist, kann man die beiden Getriebe entfernen. Dazu einfach die Stifte (der eine liegt, der andere steckt wieder im Getriebe) aus dem Gussgestell heraus drücken und auf der anderen Seite mit einer kleinen Zange oder Pinzette heraus nehmen. Es ist aber darauf zu achten, dass die Drehgestelle wieder richtig eingebaut werden, also das was vorher links war, sollte beim Zusammenbau auch wieder links sein. Getriebe entfernt
Das Getriebe kann man recht einfach zerlegen. Dazu drückt man am Getrieberahmen (rechts im Bild) den Haltestift etwas nach aussen. Geht am Einfachsten von unten mit einem kleinen Schraubendreher. Vorsichtig den Deckel entfernen. Wenn man hier zu unvorsichtig ist, kann sich die Feder der Kupplung verabschieden. Man kann das Getriebe durchaus in einer durchsichtigen Tüte zerlegen, so muss man die eventuell abhanden gekommene Feder nicht suchen. Es geht aber auch wenn man vorsichtig zu Werke geht. Nachdem der Haltestift gelöst wurde, kann man die Abdeckung leicht anheben und zur Kupplung hin wegziehen. Kupplung mit Feder lege ich zuerst auf Seite, dann sind sie mir aus dem Weg. Danach entnehme ich die Achsen und Zahnräder. Zerlegtes getriebe
An den Motor gelangt man, indem man die Abdeckung entfernt. Als erstes wird dazu die Leiterplatine entfernt, diese ist mit ein oder zwei Schrauben befestigt. Danach kann man die Abdeckungen entfernen und die Antriebswellen entfernen. Den Motor kann man jetzt nach oben heraus nehmen. Wenn man analog fahren möchte, dann empfiehlt es sich, den motor oben mit einem Stift zu markieren, denn er sollte genaus wieder eingebaut werden. Wird der Motor anders herum eingebaut, also das was vorher oben war jetzt nach untern eingebaut, stimmt die Fahrtrichtung nicht mehr mit der Beleuchtung überein. Ansonsten passiert aber nichts! Entfernte Abdeckung
Hier sind alle Teile, die vom Öl befreit werden sollen, in einem Glas mit Waschbenzin. Hierzu gehöhren die beiden Antriebswellen und die kompletten Drehgestelle. Eigentlich muss man die Drehgestelle nicht auseinander nehmen, doch so wird das Reinigen erleichtert. Nach einer kurzen Zeit in der Flüssigkeit, entnehme ich die teile nach und nach. Es ist völlig egal womit man anfängt. Ich nehme meistens die beiden Plastikteile. Wische sie mit einem Tuch trocken und sauber. Danach mache ich mit den metallteilen weiter. Glas

Der Motor ist gereinigt. Jenachdem wie verdreckt der Motor ist, kommt er auch in die Reinigungsflüssigkeit. Den Kollektor kann man aber auch mit einem Pfeiffenreiniger sauber machen. Dazu einfach den Pfeiffenreiniger in Waschbenzin oder Terpentinersatz tauchen, und den Kollektor reinigen. Die Kohlen werden von einem eventuellen Grat mit hilfe von einer Nagelpfeile oder Schmiergelpapier befreit und wieder in den Motor eingebaut. Die Motorwelle wird da, wo sie mit dem Plastikgehäse in Berührung kommt leicht gefettet. Auch die Zahnräder bekommen eine leichte Fettschicht.

Die beiden Antriebswellen werden von dem Waschbenzin befreit und die Lager werden leicht eingefettet. Auch auf die Schnecke kommt eine leicht fettchischt.

Antriebswellen
Wenn die Antriebswellen und der Motor soweit fertig sind, baue ich sie wieder ins Gussgehäuse ein. Motor mit einseitiger Abdeckung
Die Abdeckungen und die Platine werden wieder festgeschraubt und an die Motorpole kann man jetzt eine kleine Spannung anlegen, um zu testen ob der Motor funktioniert. Gussgehäse mit Platine
Bevor ich die Drehgestelle wieder zusammenbaue, werden erst einmal die Teile leicht eingefettet. Dazu vereibe ich etwas HiltiFett zwischen Zeigefinger und Daumen und lege dann die einzelnen Zahnräder und Achsen zwischen die eingefetteten Finger. So bekommen die beweglichen Teile eine leicht fettige Schicht. Das Zusammensetzen der Drehgestelle ist nicht wirklich schwer. Etwas fummelig, aber mit wenig Übung leicht zu bewältigen. Ich fange damit an, das obere Zahnrad ins Gehäuse einzulegen und mit der Achse zu Sichern. Danach stecke ich die beiden mittleren Zahnräder ins Gehäuse ein. Bei den Rädern wird es etwas tricki. Hier müssen die Schleifstücke für die Stromabnahme nach innen gedrückt werden. Die Räder werden dann aufgesetzt und ins Gehäuse rein gedrückt. Es ist dabei egal welches Rad man als erstes einsetzt. Wenn beide Räder eingesetzt sind, nehme ich die Kupplung mit der Feder und setze sie in die Vorrichtung ein. Danach schliesse ich den Deckel vorsichtig. Dabei ist auf den richtigen Sitz der Stromabnehmer zu achten. Drehgestell
Ab hier geht der Umbau von der analogen Lokomotive zur digitalen Lokomotive los.
Nachdem die Lokomotive gereinigt und ein wenig eingefahren ist, geht es jetzt daran, das Digitaleherzstück einzubauen. EuroSprinter BR 127
Als erstes muss natürlich das Gehäuse entfernt werden. offenes Gehäuse
Danach kann die Leiterbahnplatine entfernt werden. Bei meinen Umbauten benötige ich diese nicht mehr. Leiterbahn Platine
Die rot markierten Kanten entferne ich mit einem scharfen Bastel- oder Teppichmesser. zu entfernende Kante
Nachdem die Kanten entfernt wurden, ist Platz genug damit der Decoder eingebaut werden kann. entfernte Kante
Die beiden Blechstreifen und die Füsse des Kondensators werden verzinnt. Verzinnte Stellen
Jetzt wird das Gehäuse vorbereitet. Da ich nur das Spitzensignal möchte und nicht die rote Schlussbeleuchtung, ist es für mich recht einfach, ich muss lediglich eine Verbindung diagonal herstellen. Der hier verwendete Draht dient als Rückleiter. Da LEDs verwendet werden wird ein Widerstand benötigt. Dieser ist in die Rückleitung eingelötet. Vorbereitetes Gehäuse
Der Decoder, ich verwende einen DH10A von Doehler & Haass, wird mit doppelseitigem Klebeband festgeklebt Eingeklebter Decoder
Die orange und die graue Litze werden an den Kondensator angelötet. Hierbei handelt es sich um die Motoransteuerung. Motoransteuerung
Danach sind die Stromabnehmer an der Reihe. Das ergibt sich bei mir ganz einfach daraus, dass ich von Vorne nach Hinten arbeite. In meinem Fall hat es sich so ergeben, dass die Motoranschlüsse Vorne sind und die Anschlüsse für das Licht Hinten sind. Die genaue Beschreibung liegt den Decodern aber auch bei, somit kann man dabei nichts falsch machen. Da beim EuroSprinter die Lichtplatine im Gehäuse eingebaut ist, kommt etwas mehr verdrahtung auf mich zu. Das vorbereitete Gehäuse lege ich jetzt neben den Unterbau. Dann "verdrille" ich die Rückleiterlitze mit der Stromabnehmerlitze und verzinne sie. Über einen kleinen Schraubendreher habe ich vorher eine Öse gebogen. Lich- und motoranschluss
Der Motor ist angeklemmt, der Decoder ist über die Stromabnehmer mit den Schienen verbunden, jetzt fehlen noch die Lichanschlüsse. Man kann gut erkennen dass die beiden Blechstreifen miteinander verbunden sind. Dieses ist nötig, da der Decoder sonst nur von einem Drehgestell mit Strom versorg wird. Das kann dazu führen, dass die Lokomotive an allen möglichen Stellen Kontaktprobleme hat. Der andere Stromabnehmer und der Lichtrückleiter werden mit einer der Platinenschrauben angeschlossen. Anschlüsse
Es fehlen dann nur noch die Lichtanschlüsse. Da ich ja das dreilicht Spitzensignal möchte, werden die Leitungen vom Decoder an die Anschlüsse in Fahrtrichtung links angelötet. Licht
Die fertig verdrahtete Lokomotive. Fertige Lokomotive
Bei meinem Umbau bleiben die Platine und eine Schraube übrig, nämlich eine die zuvor die Platine befestigt hatte. Überbleibsel
Jetzt kann die Lokomotive programmiert werden. Dabei ist auf die Angaben der Hersteller zu achten!!! Programmierung
Nach erfolgreicher Programmierung, erfolgt die erste Fahrt der Lokomotive. Text
Dazu habe ich ein kleines Video gedreht.
Märklin 8837 BR 127 erste digital Fahrt - MyVideo